Ertrinken

Ende des 16. Jahrhunderts begann nicht nur die massenhafte Hexenverfolgung, in deren Verlauf eine Unzahl schlichtweg aus Neid oder wegen Uneinigkeiten denunzierter Männer und Frauen starben.
Auch eine von vielen absurden Hexenproben wurde erfunden: Um eine Beschuldigte der Hexerei zu überführen, wurde diese gefesselt ins Wasser geworfen. Ertrank sie nicht, galt es als bewiesen, dass sie über Hexenkräfte verfügte und sie wurde zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt.
Nicht ganz geklärt ist, ob der Autor von „Die Guten, die Bösen und die Toten“ in seinem Gedicht auf diese Maßnahme Bezug nimmt oder auf die vom Volksmund „liquid death row“ benannten Toten: 1888 wurden innerhalb von drei Monaten 13 mit einem Stein beschwerte Frauenleichen aus der Themse geborgen. Zunächst hielt man das für ein seltsames Zusammentreffen mehrerer Selbstmorde aus Liebeskummer, ähnlich der Selbstmordwelle, die Goethes Werther ausgelöst hatte (im West End sprach man auch von „Werther’s Women“). Doch dann wurde öffentlich, dass alle 13 Frauen kurz vorher geheiratet hatten – der trauernde Witwer blieb jedoch unauffindbar.

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