James Stokoe „Orc Stain“

„Orc Stain“ ist ein Fantasy-Comic aus den USA (der Verlag ist US-amerikanisch, der Schöpfer ist Kanadier), das man so nicht erwarten würde: Es gibt keine Muskelberge, der Held wirkt erfrischend anders und androgyn und die Handlung dreht sich nicht zuletzt darum, daß sich Männer gegenseitig den Schwanz abhacken wollen. Klingt irre? Willkommen in der Welt der Orks!

Was so dazu gehört: Comics, Waffen, Drogen, rohes Fleisch...

Was so dazu gehört: Comics, Waffen, Drogen, rohes Fleisch...

Alleiniger Schöpfer des Werkes ist James Stokoe, das deshalb wie nur wenige Comics aus den USA wie vollständig aus einem Guss wirkt. James Stokoe führt den Leser in eine Welt ein, die man in ihrer Detailverliebheit und Ansammlung von spinnerten Ideen am ehesten aus dem franko-belgischen Raum erwartet hätte. Assoziationen zu „Chroniken des schwarzen Mondes“ oder auch „Auf der Suche nach dem Vogel der Zeit“ drängen sich geradezu auf, wenn man außer acht läßt, daß James Stokoe viel mehr Adrenalin durch seine Panels pumpt und sich für kaum einen Scherz am Rande zu schade ist.

So findet man sich unwillkürlich wieder wie man darüber lacht, wie einem der zahllosen Orks (andere Rassen kommen eher am Rande vor) mal eben das Rückgrat herausgerissen wird oder sein „Gronch“ abgehackt wird. Überhaupt dreht sich sowieso alles um „Gronches“, das männliche, orkische Sexualorgan, das in Stücke gehackt als Währung dient.

Orc stain - Sample page (c) James Stokoe

Orc stain - Sample page (c) James Stokoe

Handlung? Ja, eine Handlung hat „Orc Stain“ auch, sie ist aber nur insofern von Relevanz als das sie für noch viele Ausgaben mehr als genug Potential besitzt, denn „Orc Stain“ ist ein „guilty pleasure“ von der ersten Seite an. Schon auf dieser sieht man eine riesige Armee von Orks in detailreichen Zeichnungen und origineller Koloration, die die Bilder zu verflüssigen scheint, eine Stadt erobert und natürlich wird dabei an Explosionen und Blut nicht gespart. Dies ist allerdings nur die Vorbereitung für eine Geschichte, die zwischen wilden Verfolgungsjagden und noch wilderen Kämpfen (Dynamitpfeile! Gigantische Bergtitanen! Explodierende Köpfe!) wie im Drogenrausch hin- und herschwankt, an deren Ende immer noch ein verrückteres Detail steht, als man erwartet hätte (Schreiende Getränkedosen! Mörderische Fellumhänge!). Man mag Zeichner und Autor James Stokoe einiges vorwerfen, aber sicherlich nicht mangelnde Fantasie.

Fans von orgineller und ansonsten sinnfreier Fantasy (so wie ich), die das Klischee des Comic-Nerds nicht fürchten dürfen bedenkenlos zugreifen. Alle anderen haben einfach nicht den „Gronch“!

James Stokoe
Orc Stain
Image Comics
Erscheint als Heft und TPB
TPB Band 1: ISBN 9781607062950
Kritik bei Comic Book Resources

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3 Kommentare zu James Stokoe „Orc Stain“

  1. Anastasia schreibt:

    Klingt interessant :)

  2. Philipp schreibt:

    Man muß etwas für Fantasy-Comics übrig haben, aber wenn man das tut: Auf jeden Fall!

  3. Pingback: Wie Erfolg eine Crowdfunding-Kampagne zerstört – Die Geschichte von “Sullivan’s Sluggers” | Transmedia Storytelling Berlin

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