Die Legende um die Thomas Beale-Chiffren

Bereits im 19. Jahrhundert wusste man: wenn die Geschichte stimmt läuft das mit den Büchern. Die Legende um den Goldschatz des Thomas Beale ist ein besonders schönes Beispiel für die Kraft des Storytellings. Drei Seiten voller Zahlen hat der angebliche Büffeljäger dem Hotelier Morris 1823 hinterlassen, bevor sie der Verleger James Ward 1885 ans Tageslicht brachte.
Thomas Beale Papers - Treasure Buried

1817 kam Thomas Beale mit einer Gruppe von Büffeljägern nach New Mexico – damals noch tiefster wilder Westen, wo sie angeblich eines Abends auf eine Goldader stießen. Das Gold versteckten sie in Virginia, in der Nähe des Washington-Hotels von Lynchburg, wo Beale den Winter über verbrachte. Dort lernte er auch Robert Morriss, den Hoteldirektor kennen. Ihm hat Beale bei seinem zweiten Aufenthalt in Lynchburg, im Jahre 1823, eine verschlossene Kiste anvertraut. Der Deal: sollte innerhalb von zehn Jahren niemand die Kiste abholen, könne Morriss sie aufbrechen. Die darin enthaltenen Geheimschriften seien aber nur mit einem Code zu entziffern, den Beale per Brief schicken wollte. Der Hotelier wartete bis 1845 vergeblich auf Nachricht und Abholung, dann öffnete er die Kiste schließlich. Neben den verschlüsselten Seiten fand Morriss ein an ihn gerichtetes Schreiben, mit der Aufforderung, die Nachrichten zu entschlüsseln, um den Schatz zu finden (1. Paper), den Inhalt des Schatzes zu erfahren (2. Paper) und um herauszufinden, wem der Schatz gehört (3. Paper). Als Lohn für seine Mühen sollte der Hotelier einen Anteil erhalten.

Thomas Beale Paper 2 - Wikimedia Commons„Die drei verschlüsselten Nachrichten bestanden jeweils aus Zahlen, die durch Kommas getrennt waren. In der ersten standen 520 Zahlen, die zwischen 1 und 2906 lagen, in der zweiten [siehe Bild] waren es 763 Zahlen (zwischen 1 und 1.005) und in der dritten 617 (zwischen 1 und 975). Die vollständigen Nachrichten sind auch online [extern] verfügbar. Da Morris die benötigte Geheiminformation nie erhalten hatte, konnte er die drei Nachrichten nicht entschlüsseln. Er versuchte daher, den Code zu knacken. Dies gelang ihm jedoch nicht. Im Jahr 1862 – im Alter von 84 Jahren – weihte er schließlich einen Freund ein, dessen Identität nicht überliefert ist. Diesem Freund gelang es, die zweite der drei Beale-Chiffren zu entziffern. Den Schlüssel dazu lieferte die US-Unabhängigkeitserklärung.“ (Klaus Schmeh auf heise, dort auch ein Entschlüsselungsdiagramm)

Und das schrieb Beale also:

„Ich habe in Bedford County, etwa vier Meilen von Buford, in einer Aushöhlung zwei Meter unter der Erdoberfläche, die folgenden Gegenstände deponiert, die jenen Personen gehören, welche in Nummer drei genannt sind: Das erste Depot besteht aus 1.014 Pfund Gold und 3.812 Pfund Silber, eingelagert im November 1819. Das zweite Depot wurde im Dezember 1821 angelegt und besteht aus 1.907 Pfund Gold und 1.280 Pfund Silber; zudem Juwelen, erworben in St. Louis im Tausch für Silber, um den Transport zu erleichtern, und auf 13.000 Dollar geschätzt. Obiges ist sicher in eisernen Gefäßen mit Eisendeckeln verpackt. Der Hohlraum ist grob mit Steinen umfasst und die Gefäße ruhen auf hartem Gestein und sind mit solchen bedeckt. Papier Nummer eins beschreibt die genaue Lage des Hohlraums, sodass es nicht schwierig sein dürfte, ihn zu finden.“ (Wikipedia)

Bis heute sind tatsächlich Schatzgräber in dieser Gegend unterwegs, um den sagenhaften Fund zu bestätigen – bislang vergeblich. Die Indizien sprechen auch dafür, dass es sich um eine Erfindung handelt – aber man weiß ja nie!

Wer sich weiter ins Thema stürzen will: der Hobby-Kryptologe Ron Gervais betreibt die Seite Beale Cipher Analyses, auf der er (nicht vom antiken Design abschrecken lassen) alle Fakten und Mythen rund um die Chiffren sammelt. Er glaubt, dass John William Sherman hinter den Thomas Beale Papers steckt – ein Verleger und Zeitungsredakteur aus Lynchburg. Oder war vielleicht doch Edgar Allan Poe Autor der Chiffren?!

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Ein Kommentar zu Die Legende um die Thomas Beale-Chiffren

  1. Kene Linsh schreibt:

    Decrypts the legend of nazigold from my grandma and finds it first.
    Inside text is location and how much

    20773727376777732777207.9037777707723370227777337237077.3770737.7732777770773337007261
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