Pépinière

Kasino der Pépinière Berlin um 1900Die Pépinière (frz. eigentlich Pflanzschule) war eine medizinisch-chirurgische Schule für angehende Militärärzte, die unter dem preussischen König Friedrich Wilhelm II. 1795 in Berlin gegründet wurde. Bei den Berlinern hießen die Studenten, die dort vier Jahre lang die Kunst der Anatomie lernten, bald “Pfeifhähne”.

An der Pépinière, an der unter anderem Hermann von Helmholtz, Rudolf Virchow und Gottfried Benn studierten, konnten auch Söhne aus weniger wohlhabenden Familien studieren: wer sich nach der Studienzeit, die auch ein Jahr an der Charité beinhaltete, für acht Jahre verpflichtete, bekam sogar ein kleines Stipendium gezahlt.

Ende des 19. Jahrhunderts war die Akademie für Anatomie in der Friedrichstraße 139-141 angesiedelt. Wer hier abends vorbeikam lief Gefahr, ein paar Knochen auf den Kopf zu bekommen, denn die trinklustigen Chirurgie-Studenten feierten gerne. Obwohl keine Universität organisierte sich die Studentenschaft auch hier in Corps (ab den 1860er Jahren), die um 1900 rum endgültig zu schlagenden Verbindungen wurden.

Kaiser Wilhelm II. ließ schließlich einen Neubau in der Invalidenstraße errichten, der 1910 eingeweiht wurde.

Johan von Riepenbreuch studierte hier vermutlich die Grundlagen der Chirurgie, bevor er sich nach England absetzte. Adele möchte daher auch unbedingt einen Blick in die preussisch korrekten Akten werfen und versucht sich von Maximiliano einschleusen zu lassen.

 

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