Rudolf Virchow

Rudolf Virchow - Porträt von Hanns Fechner 1891

Rudolf Virchow - Porträt von Hanns Fechner 1891

Rudolf Virchow, 1821 in Schivelbein geboren, ist einer der Väter der modernen Medizin und für die Stadtgeschichte Berlins von immenser Bedeutung. Er war Stipendiat der Pépinière und beschrieb Thrombosen und Leukämie als erster, Weltruhm erlangte er mit seiner Veröffentlichung zur Zellularpathologie.

Aufgrund seiner aktiven Beteiligung an der Märzrevolution musste er 1848 seine Stelle an der Charité aufgeben und konnte erst 1856 nach Berlin zurückkehren als Leiter des neu gegründeten pathologischen Instituts. In Berlin setzte er sich für den Bau eines modernen Schlachthofs, die Eröffnung städtische Krankenhäuser sowie die Einführung einer Kanalisation für die stetig wachsende Stadt ein. James Hobrecht begann 1873 mit dem von vielen Weltstädten kopierten Bau, der Sauberkeit und hygienischen Standard Berlins enorm verbesserte.

Virchow blieb auch politisch aktiv und war mehrere Jahre Mitglied des preussischen Landtags sowie Reichstagsabgeordneter – als Mitbegründer der liberalen Deutschen Fortschrittspartie wurde er 1865 sogar von Bismarck zu einem Duell herausgefordert, das er jedoch ignorierte. Für ihn hatte Medizin stets eine soziale Komponente und „die Politik ist weiter nichts als Medizin im Großen“¹.

Vermutlich war Johan von Riepenbreuch, der von 1888 bis 1891 an der Pépinière eingeschrieben war, ein Student des Professors. Virchow soll Johan Breuch, wie sich von Riepenbreuch als Student nannte, die Fotografie empfohlen haben. Außerdem zeigte er ihm wertvolle Stücke seiner pathologischen Sammlung, die ab 1899 ein eigenes Museum bekommen sollte.

 

 

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¹ Zit. nach Michael Bienert / Elke Linda Buchholz: Kaiserzeit und Moderne. Ein Wegweiser durch Berlin. 2. aktualisiert Auflage. Berlin: Berlin Story Verlag, 2009. S. 223.

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