Nachts in der Pépinière (Pen und Paper)

Adele, die literarische Detektivin, war bereits weit gereist, bevor sie von der Loge 1900 nach Berlin geschickt wurde, um mehr über das Schicksal Johan von Riepenbreuchs herauszufinden. Der 1899 aus London verschwundene Autor und Totenfotograf hatte zwischen 1888 und 1891 an der berühmt-berüchtigten Pépinière, der chirurgischen Militärakademie in der Friedrichstraße studiert.

Die Pépinière

Diese Schule, auch als Kaiser-Wilhelm-Akademie bekannt, begeisterte später auch Gottfried Benn, der hier ebenfalls das medizinische Handwerk erlernte:

„Eine vorzügliche Hochschule, alles verdanke ich ihr! Virchow, Helmholtz, Leyden, Behring waren aus ihr hervorgegangen, ihr Geist herrschte dort mehr als der militärische, […] das Leben dort war das völlig freier Studenten, wir hatten keine Uniform. […] Härte des Gedankens, Verantwortung im Urteil, Sicherheit im Unterscheiden von Zufälligem und Gesetzlichem, vor allem aber die tiefe Skepsis, die Stil schafft, das wuchs hier.“ (Lebensweg; GW 4, S. 27 u. 28, zit. nach Wikipedia) [21]

Pepiniére Studierzimmer um 1900Was Benn als große Freiheit beschrieb, führte kurzfristig zur Schließung der Schule. Zu wild waren die Feiern der Studenten zu Johans Zeit, zu oft flogen Knochen auf die Friedrichsstraße und auch einige Corps siedelten sich an der Militärakademie an – wie Adele schnell herausfand. Als Andrew Downing machte sie die Bekanntschaft des Malers und Salonlöwen Ernst Hellemann, der seine zwielichtigen Fotografien über den Assistenzarzt Maximiliano an der Pépinière vertreiben ließ. Für beide ein äußerst zuträgliches Geschäft, dank dessen sie beste Verbindungen ins Innere der Akademie besaßen. Und so kam es, dass Adele (bzw. Andrew Downing) und Hellemann sich eines Abends zum Begrüßungsritual für die Erstsemester in den weiten Hallen und unterirdischen Gängen der Akademie widerfanden…

Das Frischlingsritual

Von Adele wussten wir bereits, wie dieses Ritual ablief:

„das „Frischlingsritual“ an der Pépinière war wie erwartet widerlich. Mit verbundenen Augen mußten die Erstsemester Menschen operieren – zumindest wurde ihnen das erzählt, als sie beherzt oder hasenfüßig begannen, in das Fleisch unter den weißen Laken zu schneiden. In der Eingangshalle an der Friedrichstraße 139 war ein langes Alkoholbüffet aufgebaut, an dem sich alle Mut antrinken sollten, wie der Vorsitzende des Corps, ein Viertsemester mit Schmiß aasig lächelnd vorschlug. Danach wurden sie in 3er Gruppen in einen hinter der Galerie gelegenen Raum geführt, von wo die älteren Jahrgänge und Gäste wie wir zusehen durften, wie selbst die Mutigsten spätestens dann einknickten, als ihre vermeintlichen Operationsopfer anfingen zu schreien. In Wahrheit verbargen sich natürlich Schweinehälften unter den Laken und andere Studenten schrien, um die Erstsemester zu verunsichern.“ (Adele Berlin) Was sie uns nicht verraten hatte, waren die darauf folgenden Ereignisse, von einem der Teilnehmer treffend als

Die Schweine sind los

Die nächtlichen Ereignisse in der Pepiniere… umschrieben. Inwieweit den anwesenden Augenzeugen Glauben geschenkt werden kann, ist noch nicht vollends geklärt. Neben dem übermäßigen Alkoholkonsum war von Chloroform und Laudanum die Rede…. das würde zumindest die Kopfschmerzen und Blackouts des nächsten Tages erklären (Cthulhu lässt grüßen).

Ihre Gefährten am Abend waren jedenfalls abenteuerlich:

Details des Abends müssen wohl im Dunkel bleiben – über Hinweise zu den Identitäten der hier Dargestellten wären wir aber sehr dankbar!

Johans Akte

 

Adeles Salon nachts in der PépinièreIhr Ziel, Johans Akte aus dem Personalarchiv zu entwenden, hat Adele tatsächlich erreicht. Details zur Akte folgen morgen! Der nächste Abend „Die Fahrt nach Stillvelde“ findet am 24.11.2011 um 19:30 Uhr statt. Anmeldung via Facebook bzw. Mail.

Kategorien Das wilde Dutzend | tagged , , , , , , , , , | Bookmark permalink

Kommentare sind geschlossen.

  • Glossar
    Das wilde Dutzend Verlag
  • Facebook
  • Kontakt
    Das wilde Dutzend Verlag
    Hagenauerstr. 2
    D-10435 Berlin
    fon: 030 28 88 31 99
  • Google+
  • Newsletter
    Monatliche News aus Berlin
    * indicates required
  • Adeles Salon
    Das wilde Dutzend Verlag
  • Tagcloud