Graphic Novel – Douglas Rushkoff & Goran Sudžuka, A.D.D.

Die Adolescent Demo Division sind die Stars des Medienkonzerns Nextgen: Jungen im Teenageralter (und ein einziges Mädchen) mit besonderen Fähigkeiten. E-Sport-Superstars, die jeden Gleichaltrigen schlagen, von Nextgen in eine perfekte Medienmaschine eingespannt, die die Jungs wie eine Boyband vermarktet. Doch ihre wahre Aufgabe ist es vor allem die Manipulationsmöglichkeiten der Medien zu testen: Wie sehr kann ein neues Computerspiel, ein neues Gadget oder ein Werbespot das Denken der Menschen beeinflußen?

Der große Traum aller Mitglieder der A.D.D. ist „Next Level“, der Zeitpunkt an dem sie aus der Akademie von Nextgen (die eher einem Gefängnis gleicht) austreten, um in die Welt der normalen Menschen zu gehen. Doch als der charismatische Karl „Next Level“ erreicht, wirft dies sein Team innerhalb der A.D.D. gewaltig aus der Bahn. Vor allem Lionel, der die Fähigkeit verfügt zu „dekhen“, geheime Botschaften innerhalb der Medien zu finden, beginnt zu ahnen, dass Nextgen nicht die Firma ist für die Jungs der A.D.D. sie immer gehalten haben und das „Next Level“ eventuell garnicht existiert.

Bei „A.D.D.“ handelt es sich um ein Stück engagierter Science-Fiction, jenem Subgenre, dass sich lieber mit derzeit relevanten Problemen auseinandersetzt als von wilden Abenteuer im Weltall zu erzählen. Das ist auch der Bereich, den Autor Douglas Rushkoff am meisten interessiert. Rushkoff ist ein, vor allem in den USA sehr bekannter Medientheoretiker und Autor, der am besten für sein Debüt „Cyberia“ (von 1994) bekannt ist, dass sich als eines der ersten mit der gesellschaftlichen Bedeutung der Hackerkultur auseinander gesetzt hat (wer Rushkoff nicht kennt, dem sei gesagt, dass auf dem Cover prominent ein Blurp von Cory Doctoroff platziert wurde). Dementsprechend ist auch „A.D.D.“ als solches Werk zu lesen: Als ein Kommentar zu aktuellen Entwicklungen.

Die dabei von Rushkoff beschriebene und von dem bekannten Vertigo-Künstler Goran Sudzuka („Y- The Last Man“, „Outlaw Nation“) umgesetzte Mischung aus Superhelden, jugendlichem Coming-of-Age, Medien- und Konsumkritik ist derzeit sehr verbreitet, leidet aber immer wieder unter ähnlichen Problemen: Im Interesse einer Aussage bleiben Charaktere und Geschichte zurück. Rushkoff und Sudžuka lösen diese Probleme besser als manche andere (so etwa das ähnlich gelagerte „Vision Machine“ von Greg Pak und R.B. Silva). Die Geschichte ist spannend, die Konflikte und die Charaktere nachvollziehbar.

Dennoch sind einige Passagen dann doch recht hölzern und einige Wendungen schwer nachvollziehbar. Falls man aber Interesse an den Themen wie Medien- und Konsumkritik mitbringt wird „A.D.D.“ sicherlich trotzdem eine anregende Lektüre sein.

 

[Englische Ausgabe]
Douglas Rushkoff & Goran Sudžuka (mit Jose Marzan Jr.)
A.D.D. – Adolescent Demo Division
DC/Vertigo
ISBN: 978-1-4012-2355-7ADD

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