Grimms Märchen und Adele 1800

Am 20.12.2012 feiern die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm ihr 200-jähriges Jubiläum. Doch stimmen diese Geschichten wirklich? Im Logenarchiv des wilden Dutzends finden sich zahlreiche Akten – The Secret Grimm Files – Briefe und Hinweise, die mehr über die Märchen, die Brüder Grimm und ihre Zeit verraten. Im Countdown bis zum Jubiläumstag wollen wir einen kleinen Vorgeschmack geben, was sich so alles im Archiv befindet. Los geht es mit der Person, der wir viele der Informationen zu verdanken haben.

Es war einmal …

Adele Logenmitglied von Das wilde DutzendEs war einmal eine Frau, die war weder Prinzessin noch armes Mädchen und doch rankten sich so einige Legenden um sie. Adele war ihr Name, und sie lebte um 1800 in Berlin. Sie galt als früh verwitwet, ohne dass je genauere Umstände über sie, ihren Mann und ihren Werdegang herausgekommen wären. Ein „von“ gab es wohl in der Ahnengalerie, alle weiteren Nachfragen lenkte sie bei gesellschaftlichen Anlässen wie Salon-Gesprächen geschickt ins Leere.

Adele 1800

Ihre Zeitgenossen schätzten sie als geistreiche Unterhalterin, weshalb sie gern gesehener Gast in den Salons der Stadt war. Unter anderem gefiel es den Berliner Salonièren gut, dass sie die Pariser und Wiener Pendants zu kennen schien und dennoch nicht mit ihrer Kenntnis prahlte – oder es vermied, die Berliner Ableger wenig schmeichelhaften Vergleichen zu unterziehen, wie die Damen der Gesellschaft annahmen. Manches Mal sorgten ihre Reiseanekdoten für erschrockene Gesichter, doch meist hielt sie sich zurück, beteiligte sich nicht am Tratsch, sondern beobachtete. Ihre Korrespondenz soll sagenhafte Ausmaße angenommen haben, und viele Größen der Zeit – von Goethe über Savigny bis zu den Grimms – nahezu alle wichtigen Gestalten der Zeit umfasst haben. Nicht alles blieb erhalten, viel wurde auf mittlerweile zerfallenem Papier geschrieben oder mit unbekannten Tinkturen behandelt. Interessant sind daher auch die Briefe, die Adele in Berlin erhielt. Ein solches Fragment datiert vom 26.11.1812, der Verfasser ist unbekannt, Vermutungen sind jedoch erlaubt – und ein Verdacht liegt nahe:

„Ew. Wohlgeb. danke ich recht sehr für die Zusendung der Abschriften. Es sind recht wunderliche Geschichten, die Ihr mir zugedacht habt. Ihre Bemerkungen über den Werth dieser Quellen, die Sie an den Tag gefördert haben, mögen begründet sein. Unser Märchenbuch soll allerdings einem etwas anderen Zwecke dienen. Die Veröffentlichung wurde nun für das Ende des Jahres angesetzt, …“

Hier bricht das Brieffragment ab, und uns bleiben nur Vermutungen, mit wem Adele sich dort über Märchen austauschte und wem sie eigene Versionen zukommen ließ.

… sie ist wohl nicht gestorben

P.S.: Freunde des wilden Dutzends werden die Frau auf dem Foto unzweifelhaft als Adele 1900 erkannt haben. Unglücklicherweise liegen uns nur Beschreibungen der noch älteren Adele vor, ein Stahlstich der Adele 1800 ist momentan noch in den Untiefen des Archivs verschollen.

Über den Countdown:

Am 20.12.2012 feiern die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm ihr 200-jähriges Jubiläum. Doch stimmen diese Geschichten wirklich? Im Logenarchiv des wilden Dutzends finden sich zahlreiche Akten – The Secret Grimm Files – Briefe und Hinweise, die mehr über die Märchen, die Brüder Grimm und ihre Zeit verraten. Im Countdown bis zum Jubiläumstag wollen wir einen kleinen Vorgeschmack geben, was sich so alles im Archiv befindet.

 

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