Graphic Novel – Zack Giallongo, Broxo

Ach ja, es gibt soviele, die es versuchen. Die sich verirren auf der Suche nach einem tieferen Sinn, die mit mehr oder weniger vieldeutigen Anspielungen versuchen irgendwie tiefgründig zu erscheinen oder mit Symbolen überfrachtet daherkommen, als ob es so wichtig sei zu beweisen, was man alles tolles weiß und kann. „Broxo“ fällt nicht in diese Kategorie. Weder die Graphic Novel, noch ihr namensgebender (Co-)Protagonist.

broxo_smallBroxo ist ein Barbar im wahrsten Sinne des Wortes: Ungehobelt, ungebildet und mit einem Schwert ausgerüstet, dass niemand mit klarem Verstand jemandem in seinem Alter überlassen würde. So trifft ihn Zora, die Prinzessin des Granitschwingen-Clans, an. Und es dauert ein Weilchen, bis sie erkennt, dass Broxos Barbarentum vor allem der Tatsache geschuldet ist, dass er alleine ist und es niemanden gibt, der es ihm anders hätte beibringen sollen: Um ihn herum gibt es nichts mehr, als die Zombies, die vor langer Zeit einmal sein Clan gewesen sind.

Zombies, Schwerter, Barbarenclans… Muß ich noch erwähnen, dass es sich um eine Fantasy-Geschichte handelt? Und natürlich sind die Zutaten im Kern alle bekannt: Untote, eine Hexe, ein Geist, göttliche Artefakte und so weiter.

Auch dem Charakterdesign und dem gesamten Stil von Autor und Zeichner Zack Giallongo könnte man vorwerfen, dass er sich von „Tassilo“ hat inspirieren lassen, wenn „Tassilo“ in den USA denn bekannter wär. Eine Prise „Prinzessin Mononoke“ ist aber sicherlich dabei. „Broxos“ Stil, wie auch Inhalt sind derivativ und gehen niemals über die Konventionen des Fantasy-Genres oder des Comics hinaus. Sicherlich ist dies zum Teil auch der Tatsache geschuldet, dass mit diesem Comic wahrscheinlich nicht zuletzt auch jene angesprochen werden sollen, die diese Konventionen noch nicht kennen…

Man kann meiner Rezension bis hierher sicherlich anmerken, dass ich es Zack Giallongo nicht wirklich übel nehmen kann, auf Nummer sicher gegangen zu sein: „Broxo“ versucht an keiner Stelle mehr als eine spannende Fantasy-Geschichte zu erzählen. Wenn man also mit dem Meckern aufhört und sich auf die Geschichte einläßt, dann verliert man sich doch in Broxos und Zoras Abenteuer.

 

Zack Giallongo
Broxo
First Second
ISBN 978-1-59643-551-3

Kategorien Blog | tagged , , , , | Bookmark permalink

Kommentare sind geschlossen.

  • Glossar
    Das wilde Dutzend Verlag
  • Facebook
  • Kontakt
    Das wilde Dutzend Verlag
    Hagenauerstr. 2
    D-10435 Berlin
    fon: 030 28 88 31 99
  • Google+
  • Newsletter
    Monatliche News aus Berlin
    * indicates required
  • Adeles Salon
    Das wilde Dutzend Verlag
  • Tagcloud