Von Wunderland bis Wunderkammer #KulturEr

Wunder, das  (griechisch „thauma“): etwas Außergewöhnliches, Erstaunliches, rational nicht Erklärbares, das uns Wundern lässt, uns in Erstaunen versetzt. Synonyme Mirakel, Phänomen, Hexenwerk, Verben: sich wundern, wundernehmen.
(wikipedia und duden online)

Von der Wunderkammer zum Wunderland

Wir wundern uns gerne hier beim wilden Dutzend. Wäre das nicht so, hätten wir einen anderen Verlag. Wundern, das ist das Gefühl, wenn man etwas vielleicht erst emotional begreift bevor man es rational erklären kann (wenn überhaupt). Wunder ist ein Gefühl, das man zulassen muss, das dafür aber auch für Antrieb sorgt – schließlich möchte man doch gerne wissen, was dahintersteckt, oder? Mit Elisabeth Alexander, Verlegerin von ring eBooks, waren wir im Juli im me-Collectors Room in Berlin. Dort ist dauerhaft die Wunderkammer Sammlung von Thomas Olbricht zu sehen.

„In der Renaissance und im Barock entstand die Tradition der Kunst- und Wunderkammer: Sammlungsräume, in denen kostbare Kunstwerke (Artificialia), seltene Naturalien (Naturalia), wissenschaftliche Instrumente (Scientifica), Objekte aus fremden Welten (Exotica) und unerklärliche Dinge (Mirabilia) aufbewahrt wurden. Sie spiegelten die damalige Weltanschauung und den Wissensstand wider.“ (me-collectors room)

In der Wunderkammer von Thomas Olbricht #KulturErIm ersten Stock des Museums wird man in eine Welt voll seltsamer Gegenstände geworfen, die oft noch irritierender zusammengestellt sind. Die Wunderkammer, als große Obsession von Sammlern im Barock, beansprucht, das Weltgefüge abzubilden. Naturwissenschaftliche Fundstücke wurden manchmal scheins wahllos kombiniert bevor es „wirklich wissenschaftlich“ zuging, so einige Kritiker des Konzepts der Wunderkammer. Die Begegnung mit diesen Welterklärmodellen ist aber wie das Abtauchen in einem Labyrinth von Geschichten. Jeder Gegenstand steht dann für eine Figur, ein Thema, ein Genre, einen Plotpoint usw. Der Phantasie sind wenig Grenzen gesetzt, wenn es in die Welt der Wunderkammern geht. Nashorn neben Hutzeltod, Mäuseschädel, Mariendarstellung, afrikanischer Stammesmaske, Schrumpfkopf und vielem mehr.

Nun findet im Museum aber kein rückwärtsgewandter Ausflug in die Vergangenheit statt, die Wunderkammer-Exponate sind eingebettet in wandelnde Ausstellungen moderner Kunst. Als wir im Juli in der Ausstellung waren liefen gleichzeitig „Wonderful“, in der Neuwerbungen des Sammlers Thomas Olbricht gezeigt wurden und „play“. Der Berliner Künstler Jonas Burgert war dabei die andere große Entdeckung für uns neben der Wunderkammer selbst.

Das Wunderland Festival

Wunderland Festival 2013 von Vivien Eberhardt und Daniel P.Zwei Monate nach unserem Museumsbesuch ging dann unsere eigene Wunderkammer live. Das Wunderland Festival verwandelte das Filmhaus Babylon für einen Tag in ein Märchenland, das die Besucher über mehrere Medien hinweg in die Geschichtenwelt der Brüder Grimm mitnahm. Wie eine multimediale Wunderkammer. Wir wundern uns übrigens weiter – ob im me-collectors room, mit den Tipps, die wir durch die anderen Beiträge der Blogparade von Tanja Praske bekommen oder beim eigenen Wunderland Festival 2014, für das wir gerade mit den Vorbereitungen starten. Am Freitag, den 15.11. geht unser Produktionsblog zum #wlf14 online, und wir sind schon sehr gespannt, wer sich mit uns wundern möchte…

 

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4 Kommentare zu Von Wunderland bis Wunderkammer #KulturEr

  1. Pingback: Blogparade-Aufruf zu "Mein faszinierendes Kulturerlebnis"

  2. Tanja Praske schreibt:

    Liebe Doro,

    wunderschön – merci für diese Entführung in die Welt der Wunder für die Blogparade #KulturEr! Wunder begreifen wir emotional noch bevor wir sie rational erklären können, das unterschreibe ich sofort! Dazu fällt mir auch spontan der Blogparaden-Beitrag von Kai Thomas Platz – Wünschelruten und Wissenschaft – http://bit.ly/1cd3Qdo ein – passt doch, oder?

    Ich freue mich auf den Produktionsblog zum #wlf14 und finde es absolut richtig, das nächste Wunderland Festival via Blog im Vorfeld zu begleiten.

    Nochmals vielen Dank für Eure Teilnahme!

    Herzliche Grüße aus München
    Tanja Praske

  3. Dorothea Martin schreibt:

    Liebe Tanja, vielen Dank für den Tipp wie auch für die Pearltrees-Visualisierung aller Blogparaden-Beiträge http://www.pearltrees.com/#/N-s=1_9839453&N-play=0&N-u=1_1634222&N-p=95589133&N-f=1_9839453&N-fa=9839423. Herzliche Grüße zurück, Doro

  4. Pingback: Fazit #KulturEr - ein fulminantes Kultur-Feuer #Blogparade (5)

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