Graphic Novel – Steve Horton & Michael Dialynas, Amala’s Blade

Amala ist die beste Auftragsmöderin von Naamaron. Allerdings hat sie ein Problem: Sie sieht Gespenster. Die Geister, der von ihr ermordeten, verfolgen sie und mischen sich ständig ein. Manchmal sind sie hilfreich, aber die meiste Zeit sind sie eher eine Gefahr, die sie im Kampf ablenkt. Zum Kampf kommt es leider häufiger, denn Subtilität ist nicht gerade Amalas Stärke. Ihre Opfer sterben im Tumult, den sie verursacht. Das sie diesen Tumult herbeiseht und dabei auch mit ihrem Leben spielt, darüber ist Amala sich selber vollkommen klar.

amalas_bladeZulange ist sie bereits der wichtigste Spielstein des Wiziers, eines Kriegsgewinnlers im Kampf der beiden Nationen der Purifier und der Modifier gegeneinander. Da Amalas Draufgängertum für ihn zu einem Risiko wird, gibt er ihr einen Auftrag, den sie nicht überleben kann: Sie soll die Anführerin der Purifier ermorden und damit den Krieg ein weiteres Mal anheizen. Doch als Amala ihrem Ziel nahekommt, muß sie feststellen, dass die Eskalation des Krieges schon längst bevorsteht und auch der Kreis ihres eigenen Lebens sich schließt.

„Amala’s Blade“ ist Fantasy: Geister, Magie, Steampunk-Technologie, verfeindete Nationen im Krieg, Geheimgesellschaften und Prophezeiungen zieren seine Seiten, die der griechische Zeichnert Michael Dialynas mit einem kantigen, zerfaserten Strich in Szene setzt. Seine Figuren sind niemals ganz Cartoon und doch auch niemals ganz realistisch; seine Hintergründe skizzenhaft, denen eine unruhige Kolorierung Tiefe verleiht. Die grafische Gestaltung von „Amala’s Blade“ ist vergleichbar mit einem rostigen Schwert: Dreckig, unelegant, aber immer scharf genug, um jemanden damit umzubringen.

Ob das Comic für jemanden ein zweischneidiges Schwert ist oder nicht, liegt dabei nicht an der Gesstaltung, sondern an der Frage inwieweit der Leser sich mit den üblichen Fantasy-Klischees anfreunden mag oder nicht. Die üblichen enthusiastischen Klappentexte deuten darauf hin, dass es einige gibt, die über den inkonsistenten Plot, die undurchschaubare Intrige im Kern der Handlung und die am Ende sich häufenden „Dei Ex Machina“ hinwegsehen können.

Es gibt nur wenige Fantasy-Comics, die eine weibliche Hauptfigur erzählen können, die nicht gleich der Sexploitation geopfert wird. „Amala’s Blade“ scheitert bestimmt nicht an seiner Heldin und Hauptfigur, die sich auch so recht einen Reim darauf machen kann, was um sie herum passiert. Dem Leser geht es leider nicht unbedingt besser.

 

Steve Horton & Michael Dialynas
Amala’s Blade
Dark Horse
ISBN 978-1-61655-332-6

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