Aderlass

Umstrittenes, sehr altes Heilverfahren. Bis ins 19. Jahrhundert wurde der Aderlass gegen eine Vielzahl von Krankheiten (Fieber, Lungenentzündung etc) eingesetzt, unter anderem auf Grund der im Mittelalter entstandenen Viersäftelehre. Die Theorie der Viersäftelehre besagte, dass im menschlichen Körper ein Gleichgewicht von Schleim, gelber und schwarzer Galle und Blut vorherrschen muss. Tat es das nicht, entstand ein Krankheit erregendes Ungleichgewicht. Um dieses auszugleichen, wurde den Patienten eine Ader angeritzt und das austretende Blut zur Diagnose aufgefangen (der Aderlass). Dass zur Ader Gelassene dabei auf Grund des nicht selten erheblichen Blutverlustes starben, wurde lange Zeit negiert. Johan von Riepenbreuch scheint sich dieser Nebenwirkung des Aderlasses jedoch sehr bewusst gewesen zu sein.

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